Emma Stone – „Bugonia“
Emma Stone ist für „Bugonia“ von Yorgos Lanthimos im Oscar-Rennen und könnte nach ihren bisherigen Siegen („La La Land“, „Poor Things“) einen weiteren Meilenstein setzen. In dem schwarzen Komödien‑Thriller spielt sie eine Frau, die in eine bizarre Verschwörung hineingezogen wird, und ihre Performance gilt als radikal körperlich – inklusive des viel diskutierten, echten Kahlschlags, den sie sich für die Rolle tatsächlich hat machen lassen. Dass eine bereits oscargekrönte Schauspielerin bereit ist, sich so zu verändern, verstärkt den Eindruck, dass die Academy diese kompromisslose Darstellung ernsthaft in Betracht zieht.
slide9
Rose Byrne – „If I Had Legs I’d Kick You“
Rose Byrne ist mit „If I Had Legs I’d Kick You“ erstmals für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert und gilt als heimlicher Geheimtipp in der Kategorie. In Mary Bronsteins düsterer Tragikomödie spielt sie Linda, eine alleinerziehende Mutter bzw. Therapeutin, die gleichzeitig mit der Krankheit ihres Kindes, einem abwesenden Ehemann und eskalierenden Therapiesitzungen kämpft – eine Rolle zwischen Nervenzusammenbruch, schwarzem Humor und echter Verzweiflung. Viele Kritiker sehen in dieser intensiven, genreüberschreitenden Performance eine „Showcase“-Rolle, die genug Tiefe und Schmerz bietet, um bei den Stimmberechtigten überraschend nach vorne zu rücken
slide8
Jessie Buckley – „Hamnet“
Jessie Buckley wird für „Hamnet“ als klare Favoritin gehandelt, da Chloé Zhaos Adaption von Maggie O’Farrells Roman als prestigeträchtiges Autorenkino mit starken Frauenfiguren wahrgenommen wird. In dem Film verkörpert sie Agnes/Anne, die Frau Shakespeares, deren Trauer um den verstorbenen Sohn Hamnet zur emotionalen Quelle seines späteren Werkes wird, und Kritiken loben ihre Mischung aus Verletzlichkeit, Wut und spiritueller Stärke. Gleichzeitig sorgt sie privat für Aufregung, weil sie in einem Interview angeblich erzählt hat, sie habe ihrem Freund befohlen, seine zwei Katzen wegzugeben, da sie Katzen nicht ertrage – ein Satz, der ihr viel Ärger mit Katzenliebhaber*innen eingebracht hat und wie ein kleiner Schatten über ihrer sonst so gefeierten Oscarkampagne liegt.
slide7
Michael B. Jordan & „Sinners“ – plus Ryan Coogler
Michael B. Jordan ist für „Sinners“ nominiert, in dem er ein Zwillingspaar von Bootlegger‑Brüdern spielt, die in den 1930er‑Jahren in Mississippi gegen Rassismus und Vampire kämpfen – eine Mischung aus Genrefilm, Musikdrama und gesellschaftskritischer Allegorie. Regisseur Ryan Coogler hat mit „Sinners“ Geschichte geschrieben: Der Film hält mit 16 Oscarnominierungen den Allzeitrekord und liegt damit noch vor Klassikern wie „Titanic“ und „La La Land“. Viele Beobachter sind sich einig, dass der Film eigentlich schon jetzt „gewinnen sollte“, weil er anspruchsvolles, smartes Blockbuster‑Kino mit populärer Wucht verbindet, selbst wenn am Ende vielleicht nicht alle 16 Chancen in Gold umgewandelt werden.
slide6
Wagner Moura – „The Secret Agent“
Wagner Moura hat Geschichte geschrieben, indem er als erster brasilianischer Schauspieler überhaupt für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert wurde – für seine Rolle in „The Secret Agent“. In Kleber Mendonça Filhos Politthriller spielt er einen Professor, der während der brasilianischen Diktatur in ein Netz aus Überwachung, Verrat und Widerstand gerät, eine Performance, die bereits in Cannes mit dem Preis für den besten Darsteller ausgezeichnet wurde. Auch wenn seine Siegchancen gegen die großen Hollywood‑Kampagnen begrenzt sind, gilt seine Nominierung selbst als riesiger Erfolg und als Signal, dass Brasilien im Rennen um den Hauptpreis keineswegs chancenlos ist.
slide4
Ethan Hawke – „Blue Moon“
Ethan Hawke liefert in „Blue Moon“ eine seiner transformativsten Leistungen, wird aber in den Prognosen eher als Außenseiter mit sehr geringen Gewinnchancen geführt. Er verkörpert einen innerlich zerbrochenen Mann in einer existenziellen Krise, und viele Kritiker sprechen von einer späten Karriere‑Höhe, die psychologische Genauigkeit und formale Zurückhaltung verbindet. Trotzdem steht er in einem extrem starken Feld, weshalb viele ihn als „sollte gewinnen, wird aber wohl nicht gewinnen“-Kandidaten sehen – eine Art komplett geglückte Verwandlung, die eher den Respekt als die Statue einbringt.
slide3
Teyana Taylor – „One Battle After Another“
Teyana Taylor liefert in „One Battle After Another“ als Perfidia Beverly Hills eine so kraftvolle und charismatische Nebenrolle, dass viele sie als heimliche Hauptfigur des Films sehen. Ihre Szenen wirken wie kleine Explosionen aus Wut, Humor und Verletzlichkeit, und ihr frühes Verschwinden hinterlässt im letzten Drittel eine spürbare Lücke – ein starkes Zeichen für ihre Wirkung auf das Publikum. Genau dieser „Scene‑Stealer“-Faktor macht sie zu einer der spannendsten Optionen in der Kategorie Nebendarstellerin: vielleicht nicht die sicherste Wette, aber eine der aufregendsten Möglichkeiten für einen überraschenden Oscar‑Gewinn.
slide1
Leonardo DiCaprio – „One Battle After Another“
Leonardo DiCaprio hat für „One Battle After Another“ seine achte Oscarnominierung erhalten und könnte theoretisch seinen zweiten Sieg nach „The Revenant“ holen. In Paul Thomas Andersons epischer Satire spielt er eine zentrale Figur in der revolutionären Gruppe „French 75“, ein Mann, der zwischen politischem Fanatismus, persönlicher Trägheit und absurdem Alltag taumelt – eine Mischung aus lakonischer Komik und existentiellem Chaos, die Kritiker mit dem Vibe von „The Big Lebowski“ vergleichen. Der Film hat bei großen Branchenpreisen wie den PGA Awards bereits gewonnen und 14 Oscarnominierungen gesammelt, weshalb DiCaprio als stärkster Konkurrent von Chalamet im Rennen um den Hauptdarsteller gilt.
slide2
Timothée Chalamet – „Marty Supreme“
Timothée Chalamet ist mit „Marty Supreme“ der klarste Frontrunner bei den Hauptdarstellern und steht im Zentrum einer aggressiven, teilweise sogar viralen Oscarkampagne. Er spielt Marty Mauser, einen fanatisch ehrgeizigen Tischtennis‑Spieler, dessen Narzissmus und Performance‑Besessenheit als Spiegelbild von Chalamets eigener Starpersona gelesen werden, was seiner Darstellung eine zusätzliche, meta‑ironische Schärfe verleiht. Für Gesprächsstoff sorgte außerdem ein Interview, in dem er abfällig über Ballett und Oper gesprochen haben soll – ironischerweise, obwohl seine Mutter und seine Schwester Ballerinen sind –, was kurzzeitig Empörung auslöste, ihm am Ende aber eher noch mehr Sichtbarkeit und sogar einen Schub an neuen Followern in den sozialen Medien bescherte.
Die Oscar-Saison 2026 ist ein wilder Zirkus, bei dem „Sinners“ mit 16 Nominierungen nicht nur „Titanic“ versenken, sondern gleich die ganze Flotte der Oscar-Geschichte überholen wollte – als hätte Ryan Coogler gesagt: „Ich mach euch allen 16 mal klar, wer hier Boss ist!“ Gleichzeitig kämpfen in den Schauspielkategorien junge Wölfe wie Timothée Chalamet, bald wieder kahlköpfige Emma Stone und der brasilianische „Geheimagent“ Wagner Moura um die Goldene Statue, während Skandale von Katzen-Massakern bis Ballett-Bashing die roten Teppiche zum Kochen bringen.
Der folgende Textfolien ist die chaotisch-subjektive Oscar-Analyse der Autorin dieses Blogs – eine Mischung aus Fachwissen, Fan-Vibes und dem heimlichen Wunsch, dass mindestens eine Katze am Oscar-Abend miaut. Hier geht’s um Jessie Buckley, die ihre Hamnet-Tränen vergießt (aber Katzen hasst), Rose Byrne als Mama am Abgrund, Chalamet als Ping-Pong-Tyrann (der Balletthater aus Balletteer-Familie) und Teyana Taylor, die in „One Battle After Another“ die Leinwand so zerfetzt, dass man ihr gleich zwei Statuen geben sollte.
Am Ende siegt hoffentlich nicht nur Talent, sondern auch Drama: Denn egal, ob Chalamet seinen ersten oder DiCaprio seinen zweiten „Lebowski-Oscar“ holt – diese Saison mit Rekord-Noms, kahlrasierten Ikonen und Katzen-Kontroversen wird man sich merken, wenn die Siegerreden verklingen und die Verlierer mit Netflix-Deals trösten. Prost, Oscars 2026 – ihr seid episch verrückt!